Bezirkskantor Fauß spielt auf der historischen Voit-Orgel in Breitenbronn
Quelle: Kirchenbez Eberbach
Andreas Fauß, Bezirkskantor.
In der 5. Folge der Reihe "Musikalische Schätze - Orgeln im Evang. Kirchenbezirk Neckargemünd-Eberbach" wird die Voit-Orgel der evangelischen Kirche in Breitenbronn vorgestellt. Diese wurde 1902 als op. 919 erbaut. „Es ist erstaunlich, welche Klangfülle das Instrument mit nur 10 Registern auf einem Manual und Pedal entfalten kann“, zeigt sich Bezirkskantor Andreas Fauß geradezu begeistert. Passenderweise wählte er ein 1903 komponiertes Stück zur klanglichen Präsentation der Orgel aus: das Postludium d-moll von Max Reger. „Durch die direkt oberhalb des Manuals angeordneten Registerwippen kann man während des Spielens gut zu- und abregistrieren und damit die Wirkung einer an diesem kleinen Instrument fehlenden Walze – also eines Apparates, mittels dem Register zu- oder abgeschaltet werden, den man mittels eines Rollschwellers mit dem Fuß bedient – imitieren“, so Fauß. Die Breitenbronner Orgel ist ebenfalls mit pneumatischer Traktur gebaut, allerdings mit Voit´schen Ventilladen, einem Abstrom- oder Windauslass-System: unter Wind stehende Bälgchen verhindern bei eingeschaltetem Register den Windfluss aus der Registerkanzelle in die Pfeifen; spielt man nun einen Ton, wird das dafür zuständige Bälgchen entlastet, der Wind entweicht und macht den Weg frei: die Pfeife kann erklingen. Abstromsysteme (die auch von anderen Orgelbauern in unterschiedlicher Form gebaut wurden, etwa Membranladen oder Taschenladen) funktionieren sehr präzise, im Fall der Breitenbronner Orgel ohne spürbare Verzögerung.